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Volker Wissing zu Ladeinfrastruktur und Schienenverkehr

Das BMDV wird einen Masterplan Ladeinfrastruktur vorlegen und das Tempo bei der Streckensanierung weiter voran treiben.

Das BMDV wird einen Masterplan Ladeinfrastruktur vorlegen.

Deutschland braucht eine andere, klimaneutrale Mobilität. Bei der Elektromobilität erleben wir gerade den Beginn eines exponentiellen Hochlaufs. Deswegen treibt das BMDV den Ausbau der Ladeinfrastruktur konsequent voran.

Volker Wissing: "Ladesäulen müssen einfach zu finden und für jeden gut zugänglich sein. Jeder muss digital abrufen können, ob eine Ladesäule verfügbar, defekt oder gerade belegt ist. Aktuell hat jede zweite Kommune in Deutschland keine einzige Ladesäule. Ich kann nur jeder Bürgermeisterin und jedem Bürgermeister empfehlen, das Thema sehr, sehr ernst zu nehmen. Mobilität ist ein Alltagsbedürfnis der Menschen. Und dazu gehört auch der Individualverkehr. Wir sollten viele Ideen sammeln und überlegen, wie wir jede einzelne gute Idee möglichst schnell realisieren können. Denn wir brauchen Schnellladesäulen und Flächen dafür. Aber das muss vor allem vor Ort gelöst werden. Wenn es nicht gelingt, rechtzeitig flächendeckend Ladesäulen aufzubauen, drohen Schwierigkeiten. Die Kommunen, die eine schlechte Ladeinfrastruktur haben, werden das spüren. Aber auch die Automobilindustrie, die die Fahrzeuge verkaufen möchte, muss sich damit beschäftigen, wo die Ladesäulen herkommen."

Schienenverkehr

Das BMDV treibt das Tempo bei der Streckensanierung weiter voran. Aktuell planen wir die ersten Korridorsanierungen, damit ab 2024 die Baumaßnahmen beginnen können. Die Zeit bis dahin ist nötig, um gründlich zu planen und ausreichend Umleitungsstrecken zu ertüchtigen, damit der Betrieb verlässlich weiterlaufen kann. Einige Personen- und Güterzüge werden dafür möglicherweise vorübergehend aus dem Fahrplan genommen werden müssen. Aber eben so, dass sich die Fahrgäste und Frachtkunden darauf einstellen können.

Volker Wissing: "Ich habe im Bahn-Fernverkehr eine Herkulesaufgabe übernommen, nämlich ein veraltetes Schienennetz zu modernisieren. Mir war offen gesagt nicht bewusst, in welch schlechtem Zustand das Streckennetz der Bahn ist, als ich mein Amt angetreten habe. Ich kann mich über manches nur wundern aber nicht rückwirkend regieren. Ich suche Lösungen für die Zukunft. Die Bahn erlebt eine Renaissance. Es wurden immer mehr Verkehre auf die Schiene verlagert. Die Bürgerinnen und Bürger lieben die Bahn und benutzen sie immer mehr als Reisemittel. Die Bahn hat jedoch in den vergangenen Jahren das Streckennetz nicht ausreichend modernisiert. Dabei geht es nicht nur um neue und zusätzliche Strecken, die wir brauchen. Sondern man muss auch dafür sorgen, dass die vorhandene Infrastruktur zusätzlichen Verkehr aufnehmen kann."

Volker Wissing: "Bei der Modernisierung des Schienennetzes setzen wir künftig auf eine Generalsanierung der besonders stark genutzten Strecken. Bisher hatten wir die Situation, dass immer dann, wenn etwas kaputt war, genau das repariert wurde. Das kann dazu führen, dass in einem Schienenkorridor ständig eine Baustelle ist. Unsere Idee ist es jetzt, diesen Korridor komplett zu sanieren, indem wir einmal alles richten und gleichzeitig modernisieren, indem wir ihn technologisch aufrüsten. Es sollen in diesem Zuge auch wieder mehr Weichen und Signalanlagen in Gegenrichtung verbaut werden. Dadurch wird es im Hochleistungsnetz dann ähnlich wie in Österreich möglich sein, dass Züge näher an eine Baustelle heranfahren können und nicht zu früh auf die Gegenstrecke ausweichen müssen. Auf dem Gegengleis können sie dank Signaltechnik in beide Richtungen dann auch in voller Geschwindigkeit an der Baustelle vorbeifahren. Der Gleisabschnitt ist nach der Baumaßnahme also nicht nur umfassend saniert und damit weniger störanfällig, sondern kann künftige Baustellen auch viel besser ausgleichen. Gleichzeitig führen wir auch noch das digitale Zugsteuerungssystem ETCS ein. Dadurch können wir insgesamt mehr Züge fahren lassen. Auch das brauchen wir dringend. Mir geht es nicht darum, den Ausbau des Schienennetzes hintanzustellen, das wird parallel mit voller Kraft weiterbetrieben. Aber wir müssen auch unser vorhandenes Schienennetz stärken."

Welcher Korridor als erster in Deutschland saniert und modernisiert wird, soll im September bekannt gegeben werden. Die technische Umsetzung ist Sache der Bahn. Das kann nicht politisch entschieden werden. Es muss darum gehen, was am dringendsten und wichtigsten ist und dass gleichzeitig ausreichend Umleitungsstrecken rechtzeitig ertüchtigt werden können. Im BMDV wurde eine Steuerungsgruppe Deutsche Bahn eingerichtet, um diese Maßnahmen eng zu begleiten.

Rheinvertiefung

Von allen Projekten aus dem Bundesverkehrswegeplan besitzt dieses das höchste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die völlige Fertigstellung werde bis Anfang der 2030er Jahre dauern. Die geplanten Investitionen betragen rund 180 Millionen Euro, davon sind etwa 40 Prozent für ökologische Begleitmaßnahmen vorgesehen.

Volker Wissing: "Wir müssen am Rhein punktuelle Engpässe beseitigen. Wir brauchen die Wasserstraße. Es gibt einen deutlichen Bedarf, mehr Verkehr von der Straße auf Schienen und Wasserstraßen zu verlagern. Auch beim Antrieb von Binnenwasserschiffen gibt es Fortschritte. Beispielsweise hybride Schubschiffe. Der Schub kommt von der Batterie und die Reichweite von der Wasserstoffbrennstoffzelle."

Ahrtal und Lehren aus der Flutkatastrophe

Volker Wissing: "Die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes muss man extrem ernst nehmen. Das sind sehr realistische Szenarien, die dort vorgezeichnet werden. Das ist vor allem wichtig, weil wir durch den Klimawandel jetzt auch extremere Warnungen hören. Viele Handwerker verlassen sich zu 100 Prozent auf die Vorhersagen, Dachdecker zum Beispiel. Eine Lehre aus dem Hochwasser an der Ahr ist, dass nach den Warnungen, z.B. vom Deutschen Wetterdienst zu zögerlich reagiert wurde. Damals habe ich nicht verstehen können, warum so eine präzise Warnung von einer Bundesbehörde nicht ernster genommen worden ist." 

Die Strecke der Ahrtalbahn soll 2025 wieder voll befahrbar und wenn möglich elektrifiziert werden.

 

Quelle & Kontakt

Bundesministerium für Digitales und Verkehr
Telefon: +49 30 18 300-0

E-Mail Bürgerservice: buergerinfo@bmdv.bund.de

 

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