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Branche diskutiert beim 4. Schienengipfel aktuelle Herausforderungen

Volker Wissing: „Müssen lose Fäden zusammenführen“

Heute hat im Allianz-Forum in Berlin der 4. Schienengipfel stattgefunden. Auf Einladung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr kamen rund 200 Expertinnen und Experten zusammen, um die aktuellen Herausforderungen der Branche zu diskutieren. Kernthemen waren die Digitalisierung des Netzes, die geplante Korridorsanierung und die zweite Etappe des Deutschlandtakts.

Bundesminister Volker Wissing:

Für mich steht fest: Der Deutschlandtakt ist das mit der gesamten Branche erarbeite Ziel für die Schiene. Daran halten wir fest, da müssen wir gemeinsam hin: pünktlich, zuverlässig, umweltfreundlich, qualitativ hochwertig und attraktiv für Reisende und Wirtschaft. Dafür müssen Digitalisierung, Elektrifizierung, Sanierung, Aus- und Neubau endlich zusammengedacht werden. Ich werde die losen Fäden mit Blick auf das Gesamtziel zusammenführen. Aber Eines muss ich dazu deutlich sagen: mit dem jetzigen Zustand des Bestandsnetzes werden wir unsere Ziele nicht erreichen. Auch ein digitalisiertes marodes Netz bleibt im Endeffekt ein marodes Netz. Ich habe darum Ende Juni erste Eckpunkte vorgestellt, wie uns die Synchronisierung all dieser notwendigen Maßnahmen gelingen kann, und freue mich, dass die DB diesen Arbeitsauftrag angenommen und einen Vorschlag gemacht hat, der nun in enger Abstimmung mit der gesamten Branche finalisiert werden kann.

Im Rahmen von Podiumsdiskussionen wurden die folgenden Themen auf dem Gipfel thematisiert:

Digitalisierung

An der Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik, also der Einführung von ETCS und DSTW, führt kein Weg vorbei. Konkret stellt der Bund zur Einführung von ETCS, u.a. über das Programm Digitale Schiene Deutschland, Mittel in Höhe von ca. 7 Mrd. Euro bereit. Das langfristige Ziel ist, ETCS bis spätestens 2040 bundesweit einzuführen. Durch die hohe Deckung der Hochleistungskorridore insbesondere mit den transeuropäischen Korridoren, die bis 2030 mit ETCS ausgerüstet werden sollen, ergibt sich ein großes Synchronisierungspotenzial, dass es unbedingt zu nutzen gilt.

Infrastruktur

Der Deutschlandtakt ist der zentrale Kompass für die infrastrukturelle Weiterentwicklung des deutschen Bahnnetzes. Um möglichst schnell spürbare Verbesserungen auf die Schiene zu bringen, wird der Deutschlandtakt schrittweise in Etappen umgesetzt. Das Potentialkonzept für die zweite Etappe, das heute vorgestellt wurde und die Fahrplanjahre 2026-2030 betrifft, steckt das Zwischenziel ab: einen Halbstundentakt zwischen den Metropolen für den Fernverkehr, belastbare Systemtrassen für den Schienengüterverkehr und gut ausgebaute Knoten von denen aus der Deutschlandtakt in die Fläche wächst und attraktiven ÖPNV ermöglicht. Klar ist aber: der aktuelle Zustand des Schienennetzes wird den Anforderungen des Deutschlandtakts noch nicht gerecht. Denn Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind Grundvoraussetzungen, damit Anschlüsse funktionieren und der Warentransport läuft.

Die Generalsanierung in den Hochleistungskorridoren, die Digitale Schiene, die Elektrifizierung, die Instandhaltung und Wartung und der Aus- und Neubau nach dem Bedarfsplan müssen ineinandergreifen und aufeinander abgestimmt sein. Kapazitätssteigerungen von bis zu 30 Prozent durch Digitalisierung werden sich auf hochbelasteten Strecken alleine durch ein „Softwareupdate“ kaum ergeben. Für so hohe Kapazitätssteigerungen sind flankierende Baumaßnahmen notwendig. Und bevor es losgeht, braucht es ausreichend ertüchtigte Umleitungsstrecken für den betroffenen Korridor. Ein Totalausfall oder ein Komplettstillstand sind nicht akzeptabel.

Die DB-Netz hat heute erste Details zur Korridorsanierung vorgestellt. Im Detail sind diese hier zu finden.

 

Quelle & Kontakt

Bundesministerium für Digitales und Verkehr

E-Mail Bürgerservice: buergerinfo@bmdv.bund.de

E-Mail Pressestelle: presse@bmdv.bund.de

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