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Mehr Mut zur Nische: Markenexperten machen auf spc Webinar deutlich, was Logistiker für ihr Image tun können

Bonn / Hamburg, 15.02.2021: An einem guten Image führt kein Weg vorbei. Denn es hilft nicht nur, Kunden, Fachkräfte und Marktanteile zu gewinnen. Ein gutes Image wirkt auch nach innen. Das machten Markenexperten auf dem spc Webinar „Image. Macht. Erfolge.“ deutlich.

Ob Unternehmen, Behörde, Produkt oder System: Image geht alle an. Denn es beeinflusst, wie man im Markt gesehen und wahrgenommen wird, wie stark sich Arbeitnehmer mit ihrem Unternehmen identifizieren und ob man sich vom Wettbewerb entscheidend differenziert. Welche Handlungsfelder und Stellschrauben es für die maritime Wirtschaft zum Thema Image gibt, präsentierten vier Referenten auf Einladung des ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (spc).

„Starke Marken haben einen Logenplatz im Gehirn“, sagte Dr. Rembert Horstmann, Professor für Marketing & Sales an der CBS International Business School in Köln. Dennoch gehe der Großteil der deutschen Logistiker im Einerlei einer weitgehend austauschbaren Bild- und Formensprache unter.  Logistik lebt von Standards und immer wiederkehrenden - zunehmend digitalisierten – Prozessen. Dies führe zu einer weitgehenden Austauschbarkeit von Dienstleistungsanbietern und Produkten – und damit am Ende zu sinkenden Margen, so Horstmann.

Doch wie lässt sich dieses Problem lösen? „Die Branche braucht mehr Mut zu einer klaren Positionierung“, ermunterte Horstmann die Webinar-Teilnehmer. Eine Lösung liege darin, sich eine Spitzenleistung zu suchen, die einem eine Platz-1-Positionierung und damit ein Alleinstellungsmerkmal sichere. Dies könne jedes Unternehmen schaffen, das sein Leistungsversprechen klar definiert, insbesondere wenn das Unternehmen eine Nische besetzt.

„Mitarbeiter müssen wissen, wer wir sind“

Besonders beim Thema Fachkräftegewinnung spielt das Image eine immer größere Rolle. „Man ist nicht in allem einzigartig, aber besonders“, verdeutlichte Zuzana Blazek vom Kompetenzzentrum für Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Dies beginne mit der Frage nach dem „Wer bin ich?“, die sich Unternehmen beim Aufbau einer authentischen Arbeitgebermarke stellen sollten. Ein überzeugendes Image wirke zuerst nach innen: „Mitarbeiter müssen wissen, wer wir sind“, beschrieb Blazek die Unternehmensperspektive. Nur so könnten Mitarbeiter - beispielsweise in Mitarbeiterempfehlungsprogrammen - zu überzeugten Unternehmensbotschaftern werden. Die HR-Expertin geht davon aus, dass nach der Corona-Pandemie die Karten im Kampf um Fachkräfte neu gemischt werden. „Die Krise wird bei vielen Arbeitnehmern zu einem Umdenken führen“, prophezeit Blazek. Faktoren wie spezielle Gesundheitsvorsorge und die regionale Nähe zum Arbeitsplatz würden bei Fachkräften zunehmend wichtiger werden.

„Was gut läuft, findet in der Wahrnehmung nicht statt“

Für Sebastian Reimann, Chefredakteur der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ), hat die Logistik in der breiten Öffentlichkeit deutlich an Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt durch ihre zentrale Rolle in Zeiten der Pandemie. Allerdings habe die Branche - abgesehen davon, dass das Image immer noch stark von der Wahrnehmung des Lkw beeinflusst sei - ein grundsätzliches Problem: „Was gut läuft, findet in der Wahrnehmung nicht statt“, konstatierte Reimann auf der Online-Veranstaltung des SPC.

Umso mehr komme es in der Kommunikation darauf an, die Menschen hinter der Logistik zu zeigen, ohne die Leistung in einer „Heldenstory“ zu überhöhen. „Logistik muss greifbar gemacht werden“, so Reimann. Das gelte auch für Themen wie Nachhaltigkeit, die nach wie vor ganz oben in der Berichterstattung stehen würden. Dabei dürften allerdings nicht verschiedene Verkehrsträger wie Binnenschifffahrt und Schiene gegeneinander ausgespielt werden.

Must-have statt nice to have

„Image ist für Logistikunternehmen heute kein ´nice to have´, sondern ein ´must-have´“, machte Reinhard Pfeiffer, Inhaber der PR-Agentur 3F Kommunikation deutlich. Selbst Einkäufer ließen sich von dem guten Image eines Unternehmens nachweislich überzeugen, weil es Vertrauen schaffe und damit das Risiko einer Fehlentscheidung minimiere. Der Weg zu einem erfolgreichen Image führe über das Bild von der eigenen Unternehmenspersönlichkeit: Was sieht man auf diesem Bild, in welchen Farben und mit welcher Aussage? Wichtig sei es in der Kommunikation, einen emotionalen Anker zu finden. Das sei beispielsweise Logistikunternehmen mit Weltumsegler Boris Herrmann bei der Vendée Globe vorbildlich gelungen, einer Segelregatta, mit der es Sponsorpartner bis in die breite Öffentlichkeit geschafft haben. Pfeiffer sieht in der Idee einen Imageeffekt für die gesamte Branche: „Wirksamer hätte man als Logistiker die Segel für eine nachhaltige Zukunft kaum setzen können.“

„Understatement ist nicht angesagt“

„Die Herausforderungen für die Wasserstraße liegen darin, dass das System sehr zuverlässig und damit außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung funktioniert“, verdeutlichte spc Geschäftsführer Markus Nölke. Bestes Beispiel dafür sei die Niedrigwasserperiode 2018 gewesen. Erst die daraus resultierenden Engpässe für die Industrie und auch für den Verbraucher, der mit Kraftstoffknappheit an Tankstellen konfrontiert wurde, hatte der Binnenschifffahrt plötzlich ungeahnte Aufmerksamkeit weit über die Logistikwelt hinaus beschert.

Dennoch machte Nölke den Webinar-Teilnehmern Mut: „Das System Wasserstraße braucht keine Angst vor dem Thema Image zu haben!“ Das Motto „Tue Gutes und rede drüber“, gelte eben noch immer und müsse von allen Marktteilnehmer noch nachdrücklicher kommuniziert werden. „Understatement ist hier nicht angesagt“, so Nölke.

 

 

Über das SPC

Das ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (spc) ist ein nationales Kompetenz-Center zur Förderung des Kurzstreckenseeverkehrs und der Binnenschifffahrt im Rahmen multimodaler Transportketten. Aufgabenschwerpunkt des spc ist die neutrale Beratung von Verladern und Spediteuren. Im Vordergrund steht dabei die Vermarktung der Potenziale auf den Wasserstraßen. Dadurch soll zum einen ein Beitrag zur Entlastung der Verkehrsträger Straße und Schiene geleistet und zum anderen an einer besseren Vernetzung mit der Wasserstraße mitgewirkt werden. Weitere Arbeitsinhalte sind die Unterstützung von Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Als Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) wird das spc getragen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, den Fachverbänden der Branche sowie Unternehmen aus Schifffahrt, Hafen, Logistik und Verladerschaft. Aktuell zählt das Kompetenz-Netzwerk über 60 Fördermitglieder.

Weitere Informationen und Registrierung für den wöchentlichen Newsletter (immer mittwochs) unter www.shortseashipping.de

 

Pressekontakt:

Markus Nölke, Geschäftsführer
Verein zur Förderung des Kurzstreckenseeverkehrs e.V.
c/o ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (spc)
Adolphsplatz1, 20457 Hamburg (Vereinsanschrift)
Robert-Schuman-Platz 1, 53175 Bonn (Postanschrift)

Tel: +49 (0)228 - 300 4890
E-Mail:
presse@shortseashipping.de 

 

 

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