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spc nimmt Präsenzveranstaltungen wieder auf

Hamburg / Bonn, 02. September 2021 – Nach 18-monatiger Pause hat das ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (spc) seine Präsenzver-anstaltungen wieder aufgenommen. Zu der Veranstaltungsreihe „Themen-abend“ konnte das spc vorgestern Abend auf der Dachterrasse der Handels-kammer in Hamburg rund 50 Gäste begrüßen.

Das Thema der Veranstaltung lautete: Multimodale Transportketten im Wandel nach Corona.

Über einen starken Wandel der Transportwelt in Folge von Corona, Abhängigkeiten, Wettbewerb, Klimaschutz und volatile Märkte diskutierten der Chefredakteur des Täglichen Hafenberichts (THB) Eckhard-Herbert Arndt und der Geschäftsführer des spc Markus Nölke.

In seinem Eingangsstatement erwähnte Nölke, dass während der Pandemie zurecht Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen, dem Einzelhandel und den Rettungskräften hervorgehoben wurden und das es wichtig ist, diesen mehr Wertschätzung und verbesserte Arbeitsbedingen zu bieten. Gleichwohl hätte Nölke sich gewünscht, dass in der allgemeinen Berichterstattung - und nicht nur in den Fachmedien - auch die Seeleute stärkere Erwähnung gefunden hätten. „Alle genannten und weitere Gruppen konnten eben nicht komfortabel und stark risikoreduzierend aus dem Homeoffice arbeiten“, so Nölke. Dessen sollte man sich bewusst sein und größten Respekt zollen. Die Verantwortlichen müssten ihren Worten während der Krise nun auch Taten folgen lassen.

Arndt wies darauf hin, dass die seit diesem Frühjahr endlich Fahrt aufnehmende Impfkampagne zugunsten der Seeleute diesen Berufsstand endlich wieder „Freiheiten, Reisemöglichkeiten und vor allem auch ihre Würde zurückgibt“. Denn auf dem Höhepunkt der Pandemie, als ein Impfstoff noch nicht verfügbar war, wurden hunderttausende von Seeleuten auf ihren Schiffen „festgehalten“. Die für diese Branche üblichen Besatzungswechsel entfielen beziehungsweise waren nur unter größten Schwierigkeiten ansatzweise möglich. Ein Großteil der Schiffs-Crews ist mit Seeleuten aus Asien besetzt. Da kam es zu vielen sozialen Härten, weil Einkommen ausblieben und somit die Familienstrukturen in den Heimatländern der Seeleute unter Druck gerieten.

Arndt wies darauf hin, dass der aktuell erlebbare Impferfolg oftmals auch dank pragmatischer Versorgungskonzepte, getragen durch viel Ehrenamt, erst möglich sei. Er verwies in dem Zusammenhang auf das „Bremer Modell“, bei dem „die Spritze und das Vakzin zu den Seeleuten an Bord kommen“. Inzwischen seien allein in den Bremischen Häfen mehr als 3000 Seeleute aus verschiedenen Nationen versorgt worden.

Getreu dem Motto „Ein Unglück kommt selten allein“, brachte die Blockade des Suez Kanals durch die verunfallte „Ever Given“ die globale Lieferkette aus dem Takt. Die coronabedingt aus dem Ruder gelaufenen Fahrpläne brachten noch weitere Verzögerungen mit sich und setzten die Häfen stark unter Druck. „Über die Jahre ist vieles sehr gut gelaufen,“ ergänzte Nölke, aber das Bewusstsein, dass manches auch schnell am seidenen Faden hängt, ist in den Hintergrund getreten, wie die einwöchige Sperrung des Suez Kanals gezeigt hat. „Trotz der besonderen Herausforderungen, insbesondere in Folge der Covid-19-Pandemie, haben Schifffahrt und Logistik „unterm Strich“ in den zurückliegenden eineinhalb Jahren gezeigt, dass sie „belastbar und verlässlich sind“, damit also klar eines aufgezeigt: ihre Systemrelevanz“, so Arndt.

Bei der Suche nach alternativen Wegen erfuhr die Seidenstraße verstärkte Aufmerksamkeit. Für Arndt und Nölke sind die Entwicklungen auf der eisernen Seidenstraße beachtlich und Nölke begrüßte das starke Engagement von Unternehmen wie z. B. von Saco Shipping, vertreten durch die Geschäftsführerin Andrea Briks, hier zusätzliche Services anzubieten. „Mengenmäßig wird die Seidenstraße aber eher eine kleinere Alternative bleiben“, so Nölke.  „Beispielsweise erreichten auf diesem Weg 2020 107.000 TEU den Hamburger Hafen. Grob gerechnet entspricht das fünf Großcontainerschiffen und das macht die Dimensionen deutlich“, so Nölke weiter.

Einig waren sich Arndt und Nölke, dass andere, wichtige Themen, die durch die Pandemie in den Hintergrund getreten sind, jetzt wieder Priorität bekommen werden.

Als Klassiker nannten beide hier die Verkehrsverlagerung und Veränderung des Modal Splits. Besonders vor dem Hintergrund der Klimadiskussionen bekommt dies aber neuen „Drive“ so Arndt. Neueste Zahlen gehen für 2021 von einem Wachstum des LKW-Verkehrs von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Gleichzeitig muss der Verkehrssektor und auch jedes Verkehrsmittel umweltfreundlicher werden. Da passiert in der Schifffahrt sehr viel und auch weiterhin gilt, so Nölke, Schifffahrt ist das umweltfreundlichste Transportmittel und arbeitet sehr engagiert daran, weitere Verbesserungen zu erzielen. Für Nölke nimmt hier besonders der Kurzstreckenseeverkehr oftmals eine Vorreiterrolle ein, wenn es darum geht neue Antriebsstoffe oder Technologien wie LNG / Methanol / Ammoniak, Flettner Rotoren, Hybrid etc. einzusetzen. „Viel Wasserweg in der Transportkette verbessert die Umweltbilanz“, so Nölke.   

Erfreut zeigten sich beide über die Entwicklung des Hinterlandverkehrs in den deutschen Seehäfen. Jüngst veröffentlichte Zahlen sprechen für den Hamburger Hafen mit einem Schienenanteil von über 50%. Auch für die Bremischen Häfen gibt es einen Anteil von über 50%. Nölke: „Die Schiene ist für den Kurzstreckenseeverkehr über die deutschen Seehäfen ein ganz wichtiger Partner. Dies gilt auch besonders für die großen Fährhäfen, wie z. B. Cuxhaven, Lübeck oder Rostock mit ihren Anbindungen nach UK, Skandinavien oder ins Baltikum.“ Trotzdem, so Nölke, darf nicht vergessen werden, dass beispielsweise Hamburg und Bremen/Bremerhaven auch gut per Binnenschiff zu erreichen sind.

In seinem Abschlussstatement empfahl Nölke dem Thema „Ausbildung und Nachwuchs“ höchste Priorität zu geben. Junge Menschen müssten für Logistik und Schifffahrt als berufliche Heimat geworben und vor allem begeistert werden. „Denn ohne ausreichend und gut qualifiziertes Personal brauchen wir uns über Verlagerung von Verkehren nicht unterhalten.“ Nölke mahnte, das ist keine abstrakte Erkenntnis, sondern tagesaktuelle Realität. Wir sind alle gut beraten, hier gemeinsam größte Anstrengungen zu unternehmen. Daher engagiere sich das spc mittlerweile auch u. a. auf Berufswahlmessen wie z. B. Ende September auf der „Perspektiven“ in Magdeburg und im Herbst auf der „Berufe live Rheinland“ in Köln.   

Weiter sagte Nölke, „wir sind sehr froh, mit diesem Themenabend wieder in den Präsenzmodus übergehen zu können. In den letzten Monaten haben wir viele digitale Veranstaltungen durchgeführt. Dazu ziehen wir eine positive Bilanz, denn wir konnten u. a. auch neue Teilnehmer begrüßen, die oft nicht die Möglichkeit haben an Präsenzveranstaltungen teilzunehmen. Trotzdem können digitale Veranstaltungen den persönlichen Austausch nicht ersetzen. Für die Zukunft haben wir uns die Karten gelegt. Neben den bewährten Präsenzveranstaltungen wie Themenabende und die ShortSeaShipping Days werden wir ergänzend an den digitalen Formaten festhalten und damit das spc Angebot erweitern“.

Am 16. September 2021 findet der nächste Themenabend in Neuss statt, ebenfalls als Präsenzveranstaltung. Interessierte können sich über die Webseite www.shortseashipping.de/termine anmelden.

 

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