← Zurück zu News & Medien

Bonn — Die Bundesverkehrswegeplanung und aktuelle europäische Studien bestätigen, was die Branche seit Jahren prognostiziert: Der Gütertransport auf Binnenwasserstraßen und im Kurzstreckenseeverkehr wird bis 2030 signifikant wachsen. Für das ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (SPC) sind diese Ergebnisse ein klares Signal an Politik und Wirtschaft, die Infrastruktur entsprechend auszubauen.

Wachstum von bis zu 18 Prozent erwartet

Nach den Ergebnissen der aktuellen Verkehrsverflechtungsprognose des Bundesverkehrsministeriums wird der Güterverkehr insgesamt bis 2030 um rund 38 Prozent zunehmen — gemessen in Tonnenkilometern. Besonders die Binnenschifffahrt und der Kurzstreckenseeverkehr profitieren von dieser Entwicklung. Experten rechnen mit einem Zuwachs von bis zu 18 Prozent im Wasserstraßengüterverkehr.

„Die Wasserstraße ist der am stärksten unterschätzte Verkehrsträger in Deutschland. Während Straße und Schiene an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, bieten Binnenschifffahrt und Short Sea Shipping noch erhebliche Reserven."

Treiber des Wachstums

Mehrere Faktoren treiben die Verlagerung auf den Wasserweg voran:

Engpässe bei der Infrastruktur

Trotz der positiven Prognosen warnen Branchenvertreter vor einem wachsenden Investitionsstau bei der Wasserstraßeninfrastruktur. Viele Schleusen und Wehre an den Bundeswasserstraßen stammen aus den 1950er- und 1960er-Jahren und sind dringend sanierungsbedürftig. Ohne zeitnahe Modernisierung könnten die prognostizierten Zuwächse nicht realisiert werden.

Zahlen im Überblick

SPC fordert Investitionsoffensive

Das SPC fordert eine gezielte Investitionsoffensive in die Wasserstraßeninfrastruktur. „Die Verkehrsprognosen zeigen klar, dass der Güterverkehr weiter wachsen wird. Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, müssen wir jetzt die Weichen stellen und massiv in Schleusen, Häfen und multimodale Umschlaganlagen investieren", betont die Geschäftsführung des SPC.

Konkret fordert das SPC:

  1. Beschleunigung der Sanierung kritischer Schleusenanlagen an Rhein, Elbe und Donau
  2. Ausbau der Binnenhäfen zu modernen trimodalen Logistikdrehscheiben
  3. Förderung innovativer Antriebstechnologien in der Binnenschifffahrt (LNG, Wasserstoff, E-Mobilität)
  4. Vereinfachung der administrativen Prozesse für den grenzüberschreitenden Wasserstraßenverkehr
  5. Stärkung der digitalen Infrastruktur für effizientere Logistikketten

Europäische Dimension

Auch auf europäischer Ebene gewinnt der Wasserweg an Bedeutung. Die Europäische Kommission hat im Rahmen des TEN-T-Netzwerks die Binnenwasserstraßen als strategische Verkehrsachsen identifiziert. Der Rhein-Donau-Korridor und der Nordsee-Ostsee-Korridor bieten enormes Potenzial für die Verlagerung von Güterverkehr auf das Wasser.

Das europäische Netzwerk der Short Sea Promotion Centres, in dem das SPC eine führende Rolle einnimmt, arbeitet grenzüberschreitend daran, die Vorteile des Wasserwegs bei Verladern und Logistikdienstleistern bekannter zu machen und konkrete Verlagerungsprojekte zu begleiten.

Ausblick

Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob Deutschland und Europa die Chance ergreifen, den Wasserweg als Rückgrat eines nachhaltigen Güterverkehrssystems zu etablieren. Die Prognosen sind vielversprechend — jetzt muss gehandelt werden. Das SPC wird weiterhin als Impulsgeber und Netzwerker dafür sorgen, dass die Binnenschifffahrt und der Kurzstreckenseeverkehr den Stellenwert erhalten, den sie verdienen.

Teilen: